Machbarkeitsstudien nach Kommunalrichtlinie (KRL)

Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld

Die Kommunalrichtlinie wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Deutschland verwaltet. Sie unterstützt Kommunen dabei, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und trägt zur Erreichung der Klimaziele bei.

Gefördert wird eine Vielzahl von Projekten und Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Mobilität, Gebäudesanierung und anderen klimarelevanten Themen. Kommunen können durch die KRL finanzielle Unterstützung erhalten, um innovative Projekte zu realisieren und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beizutragen. Machbarkeitsstudien spielen im Rahmen der KRL eine entscheidende Rolle, um die Realisierbarkeit und Effizienz von Klimaschutzprojekten in kommunalen Kontexten zu bewerten und zu fördern. Sie tragen dazu bei, dass Investitionen gezielt und nachhaltig eingesetzt werden können, um die Klimaziele auf lokaler Ebene voranzubringen.

Machbarkeitsstudien im Bereich der Abwasserbewirtschaftung

Machbarkeitsstudien im Bereich der Abwasserbewirtschaftung dienen dazu, fundierte Entscheidungen zu treffen, wie kommunale Ressourcen effektiv genutzt werden können, um den Klimaschutz zu fördern und gleichzeitig die Qualität der Abwasserentsorgung zu verbessern. Sie stellen sicher, dass Investitionen zielgerichtet sind und sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bieten.

Ablauf einer Machbarkeitsstudie

Der Ablauf solch einer Studie folgt üblicherweise einer strukturierten Vorgehensweise, die verschiedene Phasen umfasst. Im Folgenden handelt es sich um eine typische Abfolge der Schritte, die bei der Durchführung einer solchen Studie berücksichtigt werden:

Projektdefinition und Zielsetzung

Zunächst werden die Ziele der Machbarkeitsstudie klar definiert. Dies umfasst die Bestimmung des Umfangs der Studie, die zu untersuchenden technischen Optionen und die erwarteten Ergebnisse. Beispielsweise könnte das Ziel sein, die Machbarkeit einer energieeffizienten Umstellung einer bestehenden Kläranlage zu prüfen.

Analyse der Ausgangslage

Es erfolgt eine detaillierte Analyse der aktuellen Situation. Dies umfasst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Abwasserinfrastruktur, der technischen Ausstattung der Kläranlage, der Betriebsdaten und der bisherigen Umweltbilanz (z.B. Energieverbrauch, CO2-Emissionen).

Potenzialanalyse nach DWA-A 216

Die DWA-A 216 gibt Rahmenbedingungen vor, wie eine Potenzialanalyse durchgeführt werden sollte. Die Auswertung von Betriebsdaten ermöglicht eine Einordnung der Energieverbräuche der wichtigsten Verfahrensstufen einer Kläranlage sowie die Ermittlung von Energieeinsparungspotenzialen.

Technische Optionen und Alternativen

Es werden verschiedene technische Lösungen und Optionen zur Erreichung der definierten Ziele evaluiert. Dies könnte die Prüfung unterschiedlicher Behandlungsverfahren, Technologien zur Energiegewinnung aus Abwasser oder zur Reduktion von Treibhausgasen umfassen.

Wirtschaftliche Bewertung

Eine Kosten-Nutzen-Analyse wird durchgeführt, um die finanziellen Auswirkungen der vorgeschlagenen Optionen zu bewerten. Hierbei werden Investitionskosten, Betriebskosten, mögliche Einsparungen und potenzielle Erlöse aus Wertstoffrückgewinnung berücksichtigt. Auch Fördermöglichkeiten durch die KRL werden geprüft.

Risikobewertung und Maßnahmenplan

Es werden potenzielle Risiken und Herausforderungen identifiziert, die mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Optionen verbunden sein könnten. Ein Maßnahmenplan wird entwickelt, um diese Risiken zu minimieren und die erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen.

Erstellung der Studie

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden in einem ausführlichen Bericht dokumentiert. Dieser umfasst eine Zusammenfassung der analysierten Optionen, die wichtigsten Erkenntnisse, Empfehlungen für die Entscheidungsträger und mögliche nächste Schritte.

Entscheidungsfindung und Umsetzung

Basierend auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie treffen die Verantwortlichen eine fundierte Entscheidung über die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Dies kann die Beantragung weiterer Fördermittel durch die KRL oder andere Finanzierungsquellen umfassen.

Energieeinsparung am Beispiel der Kläranlage Zweibrücken

Im Jahr 2016 wurde die Kläranlage Zweibrücken (70.000 Einwohnerwerte, EW) im Rahmen einer Potenzialstudie hinsichtlich ihrer Abwasserreinigungsleistung und Energieeffizienz untersucht. Auf Grundlage dieser Auswertung wurden Einsparpotenziale ermittelt und verschiedene Optimierungsmaßnahmen abgeleitet. Ein Großteil dieser Maßnahmen wurde im Zeitraum von 2017 bis 2019 umgesetzt, wodurch der Energiebedarf nachweislich deutlich gesenkt und die Eigenerzeugungsrate gesteigert werden konnten.

Ein wichtiger Bestandteil des Maßnahmenplans war die verfahrenstechnische Umstellung der biologischen Stufe sowie die Optimierung und Erneuerung der Belüftung. Zudem wurden das Blockheizkraftwerk (BHKW) und weitere Aggregate erneuert und mit Leistungsmessungen ausgestattet, um die Energieverbräuche und die Effizienz der Maßnahmen nachvollziehen zu können.

Durch diese Maßnahmen konnte der Energiebedarf von 1.719.278 kWh/a (2015/2016) auf 1.167.284 kWh/a (2018/2019) gesenkt werden. Der spezifische Energiebedarf verringerte sich von 29,2 kWh/EW∙a auf 16,9 kWh/EW∙a. Zusätzlich wurde der Anteil der Eigenerzeugung von 46,1 % auf etwa 80 % gesteigert.

Große Erfahrung - Unsere Referenzen

KundeKläranlage
Stadt AndernachKA Andernach (98.450 EW)
VG RüdesheimKA Ellerbachtal (8.000 EW)
KA Gräfenbachtal (8.000/20.466 EW)
KA Schlossböckelheim (8.000 EW)
VG Offenbach an der QueichKA Hochstadt (10.300/23.000 EW)
KA Offenbach (12.000 EW)
VG HauensteinKA Hermersbergerhof (300 EW)
KA Hofstätten (700 EW)
KA Luger Tal (2.100 EW)
KA Queichtal (9.000 EW)
KA Wieslauter (4.000 EW
Natur- & Geopark Mellerdall, LuxKA Echternach (36.000 EW)
VG DahlemKA Dahlem (4.700 EW)
VG Betzdorf-GebhardshainKA Nauroth
KA Friesenhagen-Steeg
KA Wallmenroth
VG Bitburger LandKA Bettingen (2.000EW)
KA Dudeldorf (3.660EW)
KA Enzen (300EW)
KA Fließem (1.200EW)
KA Hüttingen a.d. Kyll (1.200EW)
KA Idesheim (550EW)
KA Meckel (530EW)
KA Messerich (3.045EW)
KA Nattenheim (3.280EW)
KA Oberweis (4.700EW)
KA Rittersdorf (2.100EW)
KA Röhl (600EW)
KA Sülm (1.200EW)
KA Wiersdorf (2.800EW)
KA Badem (2.300EW)
KA Burbach (1.300EW)
KA Malberg (7.200EW)
KA Neidenbach (1.700EW)
KA Oberkail (1.620EW)
KA Pickließem (1.300EW)
AV Lauter-WetterKA Ober-Bessingen (25.800 EW)
UBZZ ZweibrückenKA Zweibrücken (70.000 EW)
VG UlmenKA Bad Bertrich (2.700 EW)
KA Gevenich-Büchel (2.200 EW)
KA Gillenbeuren (500 EW)
KA Lutzerath (3.500 EW)
KA Schmitt (3.800 EW)
KA Urschmitt (700 EW)
KA Wagenhausen (100 EW)
KA Weiler (400 EW)
KA Wollmerath (400 EW)
VG RuwerKA Ruwertal (32.500 EW)
VG MaifeldKA Nothbachtal (35.000 EW)
KA Ochtendung (9.000 EW)
KA Ruitsch-Kerben-Minkelfeld (1.000 EW)
KA Wallerbachtal (1.500 EW)
KA Metternich (500 EW)
Stadtwerke BüdingenKA Büdingen (25.000 EW)
AV SeemenbachKA Rinderbügen (4.000 EW)
AV Ohm-SeenbachKA Nieder-Ohmen
AV LimburgKA Limburg (68.000 EW)
VG Römerberg-DudenhofenKA Römerberg (10.352 EW)
VG SüdeifelKA Karlshausen
KA Kruchten (1.600 EW)
KA Neuerburg (4.300 EW)
KA Weidingen (430 EW)
Stadt WarburgKA Daseburg (12.000 EW)
KA Warburg
VG WinnweilerKA Winnweiler (24.000 EW)

Der Beitrag wurde verfasst von Jonas Nebeler.

PV-Anlagen auf Kläranlagen

Die Planung einer PV-Anlage für eine Kläranlage oder für das Gelände von Pumpstationen durchläuft mehrere Phasen, beginnend mit der Potenzialanalyse und endend mit der Erzeugung von erneuerbarem Strom.

PV-Potenzial und Wirtschaftlichkeit

Zunächst wird eine Potenzialanalyse durchgeführt, um die Eignung der Fläche auf dem Kläranlagengelände zu prüfen. Hierbei werden Sonnenstrahlung, Ausrichtung, Neigung und mögliche Verschattungen analysiert. Es werden alle Flächen auf ihre Eignung für Dachanlagen, Freiflächenanlagen oder Trackeranlagen (nachgeführte PV-Anlagen) untersucht.

Die Studie ermittelt die erwartete Stromerzeugungskapazität und beinhaltet eine Wirtschaftlichkeitsanalyse, bei der Kosten, Fördermöglichkeiten und zu erwartende Einspeisevergütungen bewertet werden. Diese Analyse hilft, die Rentabilität des Projekts zu beurteilen und mögliche finanzielle Unterstützung durch Förderprogramme zu identifizieren.

Nach erfolgreicher Wirtschaftlichkeitsprüfung wird ein Beschluss zur Umsetzung der PV-Anlage(n) gefasst. Dies umfasst die Entscheidung über das Budget, die Wahl der Technologie und die Auswahl der beteiligten Partner und Dienstleister.

Entwurfs- und Genehmigungsplanung

Die Entwurfsplanung beinhaltet die detaillierte Ausarbeitung des Designs, einschließlich der Auswahl der Module, Wechselrichter und Montagesysteme der Fotovoltaikanlage(n) und der Kostenberechnung. Auch die Integration in das bestehende Kläranlagennetz wird berücksichtigt, um eine effiziente Stromnutzung zu gewährleisten.

Anschließend werden Genehmigungen bei den zuständigen Behörden und dem Verteilnetzbetreiber beantragt und Förderanträge gestellt.

Ausführungsplanung und Ausschreibung

Im Anschluss wird die Ausschreibung - ein detailliertes Leistungsverzeichnis mit Plänen und Musterplanung - vorbereitet und veröffentlicht. Die Angebote werden formal, wirtschaftlich und technisch geprüft. Das beste Angebot erhält schließlich den Zuschlag.

Umsetzungsphase

Die Bauphase beginnt mit der Anschubbesprechung, bei der sich alle Akteure vor Ort treffen und die wesentlichen Punkte für einen reibungsfreien Bauablauf besprechen.
Entsprechend dem Terminplan folgen dann der Aufbau der PV-Anlage (Unterkonstruktion und Module), der Einbau der Wechselrichter, der elektrotechnische Anschluss an das Stromnetz und die Einrichtung des Energiemanagementsystems.

Mit Inbetriebnahme der PV-Anlage(n) erzeugt diese Strom zur Abdeckung des Eigenverbrauchs. Überschüsse werden ins öffentliche Netz eingespeist.

Damit leisten Betreiber von abwassertechnischen Anlagen einen großen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung und sie senken ihre Stromkosten auf Dauer.

Erfahrung von BITControl

BITControl hat sich in den vergangenen Jahren einen großen Erfahrungsschatz aufgebaut. Bei jeder Machbarkeitsstudie nach Kommunalrichtlinie werden PV-Potenziale ermittelt. Dabei werden neben der Energieerzeugung auch die Themen Energiespeicher, Ladeinfrastruktur und Lastmanagement untersucht.

In der folgenden Grafik sind einige Referenzen zusammengestellt.

Autor: Andreas Müller

Bilanzkreise auf VG-Ebene

Abwassertechnische Anlagen sind meistens sehr gut geeignet, um einen hohen Anteil des benötigten Stroms durch regenerative Energien aus Photovoltaikanlagen zu decken. Das können Dachanlagen, Flächenanlagen oder Tracker sein. Viele Betreiber in Rheinland-Pfalz sind dabei so strukturiert, dass sie viele verteilte und oft auch kleine Anlagen betreiben, die durch eine Vielzahl von Pumpwerken mit Abwasser beschickt werden. Auf einigen dieser Anlagen bietet sich die Möglichkeit, viel PV-Leistung zu installieren. Bei anderen Anlagen ist nur wenig Platz vorhanden. So haben Pumpwerke meist nur wenig Fläche und auch nur kleine Dächer. Gibt es im Abwassernetz viele Pumpwerke, so kann dies zu einer Vergleichmäßigung des Gesamtlastprofils führen, zu einer Art Hintergrundrauschen.

Oft werden die Erzeugungsanlagen mit Fördermitteln errichtet. Dann wird Überschussstrom, der in das Verteilnetz eingespeist wird, nicht vergütet, da dies eine Doppelförderung bedeuten würde.

Bilanzkreise auf VG-Ebene nach dem Energiemarktmodell

Um nun den örtlich erzeugten Überschussstrom wirtschaftlich nutzen zu können, bietet sich die Bilanzkreisbildung auf Ebene der Verbandsgemeindewerke an. Dabei wird der Strom bilanziell innerhalb des Bilanzkreises verbraucht. Überschüsse und Defizite werden mit dem örtlichen Verteilnetzbetreiber bilanziert. Um diese Bilanzierung entsprechend den geltenden Regularien zu verwalten braucht es einen Bilanzkreisverwalter. Das kann z.B. ein Stadtwerk sein, das diese Dienstleistung anbietet.

Potenziale für regenerative Energien

BITControl prüft bei jedem Modernisierungsprojekt auch das Potenzial an regenerativen Energien. Dabei ist es wichtig, auch über den Tellerrand der jeweiligen Anlage hinaus zu schauen und nicht nur das Verbrauchspotenzial dieser einen Anlage zu betrachten. Der Bilanzkreis ist hier ein wichtiger Weg, um das Potenzial an regenerativen Energien eines Betreibers auszuschöpfen.

BITControl unterstützt mehrere Verbandsgemeindewerke und andere Kläranlagenbetreiber bei der Ermittlung der Potenziale an regenerativen Energien und dem Aufbau des Bilanzkreises.

Messkonzept und Datenanalyse

Die Aufbereitung der Daten ist bei jedem Projekt für uns ein ganz zentrales Thema. Hier ist es von Vorteil, dass wir die Maschinenbauer, Elektrotechniker und Programmierer im Haus haben und so alle Aspekte der Dateninfrastruktur, von der Auswahl der Hardware, bis zum Messkonzept und der Integration ins Leitsystem im Team bearbeiten können.

Rechtliche Fragestellungen

Rechtliche und insbesondere auch beihilferechtliche Fragen sind bei der Errichtung von kommunalen Erzeugungsanlagen und des Bilanzkreises ein sehr kompliziertes, aber auch äußerst wichtiges Thema. Daher arbeiten wir in rechtlichen Dingen mit den Kunz Rechtsanwälten aus Mainz zusammen.

Elektromobilität bei BITControl

In den vergangenen Jahren haben wir die Stromerzeugung ausgebaut, Ladesäulen aufgestellt und unsere Fahrzeugflotte auf Elektro umgestellt. Diese Maßnahmen wurden gefördert vom Bund und der EU.

Weitere Informationen finden Sie in dem Beitrag: CO2-Reduzierung bei BITControl

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CO2-Reduzierung bei BITControl

Wie in den Vorjahren hat BITControl die CO2-Emissionen für Strom, Wärme und KFZ auch für die Jahre 2021 bis 2023 ermittelt. Die CO2-Emissionen sind dabei trotz einer wachsenden Mitarbeiteranzahl stetig gesunken. Und zwar von 30,2 t im Jahr 2018 auf 18,4 t im Jahr 2023. Erreicht wurde dies durch den Austausch der Ölheizung im Jahr 2021 und die Umstellung des Fuhrparks auf reine E-Autos bzw. Plug-In-Hybrids, verbunden mit dem Ausbau von E-Ladesäulen, PV-Anlage und Batteriespeicher. Bei BITControl werden die umstrittenen Plug-In-Hybrids konsequent elektrisch getankt und gefahren. Dadurch erreichen wir mit diesen teilweise einen Anteil von 50% an elektrischer Fahrleistung.

CO2-Reduktion - Ziel im QM-System

Seit 2021 ist die CO2 Reduktion - 40% wollen wir gegenüber 2018 bis Ende 2025 erreichen - als Ziel in unserem QM-System ISO 9001 verankert. 2023 haben wir eine Reduktion von 38,9% erreicht, sind also bereits ganz nah an dem 2025er Ziel.

Wir sind auf einem sehr guten Weg, senken die Emissionen weiter und werden in 2024 das Klimaschutzmanagement ausbauen.

CO2-Kompensation mit Moorland-Anteilsscheinen

Die CO2 Emissionen haben wir in 2021 und 2022 über Moorland-Anteilsscheine kompensiert, für 2023 ist das wieder geplant. Mit der Moorland KlimaSpende unterstützen wir die Wiedervernässung von Mooren mit praktischen Maßnahmen sowie die Zustandskontrollen für die nächsten 25 Jahre.

Workshopreihe mit Mavari

Die 3-teilige Workshopreihe zu Kommunikation und Selbstmanagement ist abgeschlossen. Jetzt geht es darum, die Veränderungen im Unternehmen umzusetzen. Da sind wir schon mitten drin!

Vortrag an der Universität Luxemburg

Energieneutralität auf kommunalen Kläranlagen – Realität oder Wunschdenken?

Das Bauforum an der Universität Luxemburg ist ein von Prof. Dr.-Ing. Joachim Hansen ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe, ein Forum zum Dialog zwischen Fachleuten und Studierenden aus den Bereichen Bauen, Planen und Konstruieren aus Luxemburg und dem angrenzenden Ausland.

Am 27.11.2023 beschrieb der Geschäftsführer von BITControl, Norbert Meyer im Bauforum den Pfad zur Energieneutralität auf Kläranlagen.

Fazit: Energieneutralität auf Kläranlagen ist möglich. Das Thema ist ein Netzwerkthema. Das zeigt schon der beschriebene Weg von der grundlegenden Datenerfassung und Validierung über die Energieeffizienz und den Ausbau der regenerativen Energien bis zum übergeordneten Lastmanagement.

Im Anschluss wurde in einem sehr kompetenten Rahmen angeregt diskutiert. Dabei wurden auch die mit betroffenen Bausteine Wasserstoff und 4. Reinigungsstufe thematisiert.

AQUA DESIGNER 9.2 mit neuen Engineering-Funktionen

Das Planungswerkzeug AQUA DESIGNER wurde um wichtige Engineering Funktionen ergänzt. Die Maschinen- und Ausrüstungsdatenbanken sind überarbeitet und erweitert worden. Außerdem stehen nun auch Datenbanken für Streifenbelüfter, Tellerbelüfter und Schlauchbelüfter für die Auswahl und Dimensionierung der Belüftungstechnik bereit. Ein wichtiger Nebeneffekt: Die Bedienung ist einfacher und übersichtlicher gestaltet.

Gründung Eifelkreis digital

BITControl ist Gründungsmitglied beim Verein „Eifelkreis digital“ zur Förderung der Künstlichen Intelligenz im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Unternehmen des Eifelkreises Bitburg-Prüm und die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm haben am 11.10.2023 den Verein Eifelkreis digital gegründet. In enger Kooperation mit dem DFKI „Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ setzt sich der Verein das Ziel, innovative Technologien mit dem Schwerpunkt der Künstlichen Intelligenz zum Wohle des Eifelkreises, der hier ansässigen Unternehmen und der Bevölkerung zu erforschen und zu entwickeln.

Zu den Gründungsunternehmen zählen namhafte Unternehmen des Kreises, wie die Bitburger Brauerei, Tesla, Zahnen-Technik und natürlich und nicht zuletzt auch BITControl.

Wir haben bereits in der VG Sprendlingen-Gensingen erste Erfahrungen in einem KI-Projekt in Zusammenarbeit mit Herrn Professor Oelmann von der Hochschule Ruhr West sammeln können und sind zur Zeit dabei, weitere Projekte zu generieren. Die KI-Werkzeuge sollen uns insbesondere in unseren Energieeffizienzprojekten und in der Erweiterung von PROVI ENERGY unterstützen.

Eifeler Abwassertag 2023 - Eine gelungene Veranstaltung

Mehr als 110 Akteure der Abwasserbranche referierten und diskutierten über die Energiewende auf Kläranlagen.

Am 14.09.2023 trafen sich auf Einladung der BITControl GmbH aus Nattenheim mehr als 110 Akteure aus der Abwasserbranche, aus Verbandsgemeindewerken, Abwasserverbänden, Ingenieurbüros und Behörden zu einem fachlichen Austausch zur Energiewende in der Abwasserreinigung. Die Tagung fand im Robert-Schumann-Haus mit herrlicher Aussicht über die Stadt Trier statt.

Kläranlagen gelten gemeinhin als die größten Energieverbraucher der Kommunen. Daher sind Maßnahmen zur Energieeinsparung, Aufbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten und letztendlich der Minimierung des Strombezuges in diesem Sektor von besonderer Bedeutung. In einem Impulsvortrag zeigte Professor Mark Oelmann von der Hochschule Ruhr West die Voraussetzungen und Potenziale für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf Kläranlagen. Er betonte, wie wichtig es ist, bei diesen Maßnahmen das Betriebspersonal mitzunehmen und dessen Sachverstand zu nutzen. In verschiedenen Vorträgen wurden die Einsparpotenziale auf Kläranlagen aufgezeigt. Ein Vergleich des durchschnittlichen Energieverbrauches auf Kläranlagen und bereits erreichter Einsparungen z.B. auf den Kläranlagen von Trier, Zweibrücken und Pirmasens zeigt hier ein Potenzial von fast 40 %. Auf Kläranlagen kann Strom und Wärme zuallererst durch die Nutzung des selbst produzierten Klärgases aus der Schlammbehandlung genutzt werden. Hierdurch lassen sich schon etwa 70 % des Strombedarfes und der gesamte Wärmebedarf einer größeren Kläranlage decken. Der restliche Strombedarf wird dann durch Photovoltaikanlagen gedeckt. Durch diese Kombination ist die Kläranlage der Stadt Trier bereits seit einigen Jahren energieneutral. Hierbei spielt auch der Einsatz künstlicher Intelligenz eine bedeutende Rolle.

Kläranlagen sind über die Deckung des Eigenbedarfes hinaus jedoch auch in der Lage, mehr Strom zu produzieren, als sie verbrauchen, da mitunter große Dachflächen und auch Freiflächen auf dem Kläranlagengelände zur Verfügung stehen. Die Nutzung und Vermarktung dieses Überschussstromes nahm auf der Tagung großen Raum ein und wurde intensiv diskutiert. So kann der überschüssige Strom in einem Bilanzkreis innerhalb einer Kommune von anderen Liegenschaften verbraucht werden. Die Kommune produziert dann zu einem großen Teil ihren eigenen Strom und kann so seine Stromkosten deutlich reduzieren. Verschiedene Verbandsgemeinden arbeiten daran, einen Bilanzkreis einzurichten. Leider legt auch hier noch die Bürokratie einige Steine in den Weg, wie Harald Guggenmos von der VG Schweich sehr anschaulich und unterhaltsam darstellte. Die Verbandsgemeinden Konz, Schweich und Ulmen sind hier trotzdem schon weit vorangeschritten. Letztendlich überwog auch hier die Zuversicht, dass der Bilanzkreis für die Kommunen ein sehr interessanter Modell ist, regenerative Energiekapazitäten innerhalb der Kommune massiv auszubauen und so den eigenen Strombedarf sehr weitgehend selbst zu decken.

BITControl hatte zu der Tagung eingeladen, um an Praxisbeispielen zu zeigen, dass Energieneutralität auf Kläranlagen machbar ist. Die vorgestellten Beispiele aus der Region zeigen auch, dass die Anlagenbetreiber in der Eifel und den angrenzenden Regionen in der Digitalisierung, im fachlichen Austausch und auf dem Pfad zur Energieneutralität sehr aktiv und auch schon sehr weit gekommen sind. Schließlich zeigen die Akteure, die einen Bilanzkreis bilden wollen, wie die Energiewende für die Kommunen wirtschaftlich interessant und gewinnbringend umgesetzt werden kann.